SharePoint: Kollaboratives Wissensmanagement? – Teil 1
Über SharePoint wird aktuell in vielen Zusammenhängen gesprochen. Und oft stellt man fest, dass es keinesfalls trivial ist, bei der Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten die Übersicht zu behalten. Habt Ihr schon mal versucht einem Neuling SharePoint in einem Satz näher zu bringen?
Schwierig scheint es aber nicht nur zu sein, SharePoint in seiner Gesamtheit zu verstehen, sondern auch die auf SharePoint basierenden Lösungen im Unternehmen erfolgreich einzuführen. In einem meiner letzten Blogbeiträge hatte ich schon darauf verwiesen, dass Microsoft und die Uni St. Gallen mit IMPACT sogar eine eigene Einführungsmethode für SharePoint Projekte definieren.
Neben Collaboration, Metadaten, Social Networking und Enterprise Content Management fällt im Zusammenhang mit SharePoint auch oft der Begriff "Wissensmanagement". Und irgendwie scheint es mit Wissensmanagement ähnlich zu sein, wie mit SharePoint: Alle reden darüber, aber eine griffige Definition fällt schwer oder ist nicht geläufig.
Prof. Dr. Klaus North, der Autor von Büchern wie "Produktive Wissensarbeit(er)" oder "Wissensorientierte Unternehmensführung", stellt in seiner Präsentation "Fit für den Wissenswettbewerb?" die Frage, was hilft weiter, wenn man vor folgenden Problemen/Fragen steht:
•Haben wir das schon einmal gemacht?
•Wer teilt mit mir ähnliche Erfahrungen (auch aus anderen Unternehmen)?
•Wie können wir bereits gemachte Fehler vermeiden?
•Was haben wir aus dem Projekt gelernt?
•Wie können wir sicherstellen, dass Frau/Herr X Ihr/sein Wissen vor dem Ausscheiden weitergibt?
•Wie können wir von Kunden, Lieferanten, Konkurrenz lernen?
•Wie können wir Trends schnell erkennen und in neue Produkte und Geschäftsideeen umsetzen?
Seine Antwort lautet -> Wissensmanagement! Mir lag eigentlich SharePoint auf der Zunge
Wenn aber die grundlegenden Fragestellungen zumindest sehr ähnlich sind, dann liegt es nahe, sich die Methoden und Erkenntnisse dieser Disziplin einmal näher anzuschauen. Schließlich gibt es Wissensmanagement schon etwas länger als SharePoint. Ist SharePoint am Ende nur ein Tool, um einige Ideen von Wissensmanagement umzusetzen?
Also habe ich mich auf die Reise begeben und versucht mir zunächst die Grundlagen von Wissensmanagement anzueignen. Gabi Reinmann, Professorin an der Philosophisch-sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg (Medienpädagogik), hat einen Studientext "Wissensmanagement" veröffentlicht. Studientext ist dabei etwas untertrieben. Für mich waren die 116 Seiten schon eine recht Umfangreiche Einführung in das Thema.
Nach der Lektüre drängte sich die Frage auf, ob wir uns bei der Einführung von SharePoint nicht vieles bei den Kollegen vom Wissensmanagement abschauen können. Die philosophieren nämlich schon seit Jahren über Themen, die auch bei SharePoint Projekten immer wieder auftauchen. Man könnte auch mal ganz banal fragen: Mache ich automatisch Wissensmanagement, wenn ich SharePoint nutze?
Im nächsten Teil werde ich Euch berichten, welche Gemeinsamkeiten ich entdeckt habe und was uns theoretisch und praktisch in der SharePoint Welt weiterhelfen kann. Natürlich freue ich mich auch über Feedback: Hat vielleicht jemand das Thema schon beleuchtet oder praktische Erfahrungen gesammelt, die in diesen Kontext passen? Dann hinterlasst doch bitte einen Kommentar oder schickt eine Mail an thomas(at)sharepointsisters.de. Oder kommt zu einem der nächsten Treffen der SharePoint UserGroup Hamburg, dann können wir uns auch persönlich austauschen.
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